Es sind nicht nur die Tiere …

Die Herberge CYD Santa María sollte der beste Schutzhof für Pferde in Spanien werden. Die einige Zeit später erfolgte Gründung der Asociación CYD Santa María hatte ein breiteres Ziel, das zur Ausweitung der Herberge führte und das in ihrem Namen zum Ausdruck kommt: Asociación y Albergue CYD Santa María, Centro de Recuperación y Reubicación de Especies Animales (Verein und Herberge CYD Santa María, Zentrum für die [gesundheitliche] Wiederherstellung und Vermittlung von Tieren). Es kostete Monate, um die speziellen Genehmigungen für die einzelnen Tierarten zu bekommen, Versicherungen abzuschliessen und vieles mehr.
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Warum machten wir das ? Ganz einfach: wir erhielten täglich Dutzende von Anzeigen von Misshandlung und Aussetzung von allen möglichen Tieren, nicht nur Pferden, die die öffentlichen Institutionen sich selbst überliessen oder aber in Umständen einsperrten, die ihrer Lebensart nicht entsprachen, deswegen war es oft nicht klar, was für die Tiere besser sein würde: sie dort zu belassen, wo sie waren oder aber Anzeige zu erstatten. Auf diese Weise füllte sich unsere Herberge wie die Arche Noa, fast ohne dass wir es wahrnahmen, bis wir wegen Mangel an finanziellen Mitteln nur noch Pferde aufnehmen konnten. Und wieviel Vögel, Frettchen, Hunde, Katzen, Schildkröten und sogar Ziegen sind immer noch bei uns !

Wir mussten viel über das Verhalten und die spezifischen Haltungsbedingungen jeder Tierart lernen, und im Bestreben, diese zu optimieren, kümmerten wir uns auch um die Flora, die direkte Umwelt, die diversen Bodentypen, tausend Dinge von denen man vielleicht etwas hört, wenn im Fernsehen vom Klimawandel die Rede ist. Im Laufe der Jahre versteht Du die Bedeutung dieser Details beim Betrieb einer Herberge dieser Grösse, die armen Tieren Asyl gewährt, die nur überleben wollen, allein das verwandelt Dich in einen Umweltschützer. Und in der Tat hat CYD schon verschiedene Anzeigen wegen ökologischer Missstände erstattet, zum Beispiel zur Zerstörung von Nistplätzen und vielem anderen, das die grossen Baufirmen und die Baubehörden gern vergessen.
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Es ist schon sehr schwierig, Unterstützung für CYD zu finden, sogar für grundlegende Bedürfnisse wie Futter und Medikamente. Wenn es um die äussere Gestaltung der Herberge geht, ist eine Bitte um Hilfe oft völlig aussichtslos. Die Leute verstehen nicht, dass Bäume wichtig sind, um den Boden zu stabilisieren und um Schatten zu spenden. Bei uns haben wir tonhaltige Böden, die das Wachstum und das Überleben von Bäumen sehr erschweren. Es ist aber eine fundamentale Notwendigkeit, die Geländeformation zu erhalten und Erdrutsche zu verhindern, das können wir nur mit Hilfe der Pflanzen erreichen.
blog-2016-12-27-3Es gibt Gottseidank aber noch Leute, die diese Problematik, über die Notwendigkeit von Futter und tierärztlicher Hilfe hinaus, verstehen. In Madrid gibt es einen Verein, den “Grupo Misionero de las Rozas” der einen Umweltladen unterhält und für den ökologische Themen und die Hilfe für den Nächsten Priorität hat. Die “Seele” dieses Vereins heisst Ramona, sie hilft uns seit Jahren, mit unseren Tieren über die Runden zu kommen. Sie war es, die uns kontaktierte und mich lässt der Gedanke nicht los, warum es nicht mehr Unterstützung für angeblich “hoffnungslose” Projekte, die Tieren oder Personen helfen, oder die die Umwelt retten, gibt. Es ist traurig, dass es immer nur Einzelpersonen sind, die Verantwortung für alle anderen und die Umwelt – sie gehört schliesslich uns allen – übernehmen..

Bei der Arbeit in der Herberge überlegen wir uns viele Dinge, neulich haben wir uns gefragt, wie wir das Geld für ein Abwasserdepot zusammenkriegen, mit dem wir Abwasser aufbereiten und für die Bewässerung nutzen könnten. So eine Anlage würde sich in kurzer Zeit amortisieren und – so wichtig in Andalusien – Wasser sparen. Ich verstehe wirklich nicht, warum Leute, die die Mittel für so etwas haben, sie nicht hier investieren. Und während wir Tiere, Pflanzen und Menschen dürsten sehen, sind uns Golfplätze und private Schwimmbäder jeder Art offensichtlich egal.
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Diese Idee habe ich Ramona erzählt, und wer beschreibt mein Erstaunen, als 3.500€ bei uns eintrafen, die fast ausreichen, um mehr als 10.000 Quadratmeter unseres Landes von der Wasserzufuhr von aussen unabhängig zu machen. In einer Begleitnote zu dieser Überweisung hiess es, dass 1000€ der Summe für Futter für unsere Pferde bestimmt seien. Wie schön, dass jemand auch an die Notwendigkeiten der Tiere in unserer Herberge denkt. In einer idealen Welt wäre dies der korrekte Weg wie Ressourcen eingesetzt werden müssten, nicht nur in der Herberge, sondern überall.

Es geht nicht nur um Menschen, nicht nur um Tiere oder die Pflanzen, es geht um die ganze Welt – und wir sollten alle gemeinsam dafür kämpfen !

concordia cyd